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Remise Alpnachstad

An dieser Stelle entsteht ein (Foto)-Archiv mit ergänzenden Texten über die bewegte Geschichte des Depots in Alpnachstad.

Schon der ursprüngliche Ort (Bahnhof Luzern), garantiert eine spannende, historische Aufarbeitung...

Die Geschichte der BNB-Remise ist sehr bewegt: Erbaut wurde sie für den allerersten Bahnhof von Luzern, welcher 1859 in Betrieb genommen wurde. Ursprünglich stand sie als Wagenremise an der heutigen Pilatusstrasse. Anlässlich des grossen Bahnhofumbaus von 1896 erfolgte vermutlich 1894 ihre Demontage und der Wiederaufbau neben der heutigen Zentralstrasse im Bereich der Liegenschaft 38/40. Offenbar diente sie aber dort auch nur als ein Provisorium für 15-20 Jahre. Im Gegensatz zu den Arbeitsweisen von heute, wurde in dieser Zeit solche Objekte bei Nichtbenützung nicht einfach entsorgt, sondern einer neuen Verwendung zugeführt. So muss es sich bezahlt gemacht haben, die Holzkonstruktion erneut auseinander zu nehmen, um nach Alpnachstad zu transportieren und wieder aufzubauen. Dies erfolgte im Jahre 1908, nach einer anderen Quelle 1913.

Genau gleich wie in Luzern liegt der neue Standort auch auf schlechtem Untergrund in einem Riedland. Folglich nahm man den grossen Aufwand in Kauf, den Boden mittels Pfählungen tragbar zu machen. Dabei wurde sehr gute Arbeit geleistet, denn während hundert Jahren zeigt sich am Gebäude nirgends eine Absenkung, während der nicht gepfählte Boden unter den Schienen dauernd in Bewegung ist.

Im Gegensatz zum Denken vor 100 Jahren, kümmerte sich die heutige Bahnverwaltung nicht, die Remise für neue Verwendungen weiter zu nutzen, oder neue Käufer zu suchen, obwohl allein von unserem Verein verschiedene schriftliche Begehren dazu geäussert wurden. Hingegen war man bestrebt, denn Schuppen möglichst schnell der Entsorgung zuzuführen, nicht etwa auf eigene Kosten, sondern auf jene des Steuerzahlers, bzw. des Militärs. Dank unseren guten Beziehungen sowohl im Militär als auch bei geschichtsbewussten Mitgliedern der Obwaldner Regierung, konnte der Abbruch sprichwörtlich in den letzten Stunden rückgängig gemacht werden und das Depot für die Beherbergung des historischen Rollmaterials zu nutzen.

 

Die Remisen für den ersten Bahnhof in Luzern wurden 1859 erbaut. Im Vordergrund wurde die Lokremise und links im Hintergrund die Wagenremise errichtet. Wären die Gebäude stehengeblieben, würden sie heute auf dem Terrein der heutigen Pilatusstrasse stehen. Bereits auf diesem Bild sieht man die Parallelen der benutzten Bauart gegenüber der Remise in Alpnachstad. (3 Eingangstore, Giebelwinkel, Höhe und Länge)

Das Foto (Fotograf unbekannt, Klischee Keller & Cie. AG, Sammlung Christian Stöcklin, BNB) wurde vom einstigen Hotel Victoria an der Hirschmattstrasse um 1890 geschossen.

Zweiter Standort der Remise(n). Nach der Inbetriebnahme des zweiten Luzerner Bahnhofs 1896 wurden die beiden Remisen nicht wie heute üblich einfach schnell "entsorgt", sondern im neuen Bahnhofareal wieder zusammengebaut. Links im Bild steht die eine Remise an der Zentralstrasse und rechts vom Stellwerk ist die andere sichtbar. Die Tore sind entfernt worden und durch den Wegfall der Torpfosten musste die ganze Frontpartie aus statischen Gründen verändert werden.

Bild: Sammlung Chr. Stöcklin, BNB

Die Remise an ihrem definitiven Standort in Alpnachstad (Kreis rechts), wohl kurz nachdem sie in Luzern zum zweiten Mal demontiert worden war.

Bild: Sammlung Chr. Stöcklin, BNB

Die LSE Pendel warten in der Remise Alpnachstad auf ihre Inbetriebnahme durch die Lieferfirmen, welche damals noch nicht auf der LSE möglich war.

Foto: Peter Willen, BNB am 8.8.1964.

Ansicht der Remise am dritten und heutigen Standort, nachdem sie 1908, bzw. nach anderen Quellen 1913 vom Luzerner Bahnhof nach Alpnachstad versetzt wurde.

Foto: Kurt Doebeli, BNB

Die Remise im Jahre 2004:

Dank glücklichen Umständen konnte der Abbruch der vom Kanton Obwalden im Jahre 1992 erworbenen Remise abgewendet werden. Der bereits organisierte Abbruch durch das Militär (finanziell gesehen hätte also das Volk die Zerstörung berappt) wurde durch die Intervention der BNB, die damals noch nicht im Besitze dieses Gebäudes war, rückgängig gemacht. Diese Aktion erfolgte praktisch "in letzter Minute".

Foto: Eugen Dahinden

Nach der "Militäraktion" konnte die Remise vom Kanton Obwalden erworben werden und steht uns freundlicherweise zur Verfügung.

Heute beherbergt die über 150-jährige Remise die historischen Fahrzeuge unseres Vereins.

Foto: Archiv BNB

Innenansicht der Remise. Da dieser "Unterstand" keine verschliessbaren Tore aufweist, sind trotz des schützenden Daches die Fahrzeuge einer hohen Luftfeuchtigkeit und vielen kleinen Partikel ausgesetzt, die durch den Wind hereingetragen werden.

Foto: Rolf Huwyler, BNB

Luftige Aussicht auf das Bahnhofareal Alpnachstad vom Dach der Remise. Praktisch jedes Jahr müssen durch Sturm oder altershalber diverse Dachziegel ersetzt werden. Dabei hilft uns der professionelle Dallenwiler Baufachmann Ueli Niederberger.

Foto: 10.08.2010, Christian Stöcklin, BNB

Seine Dachdeker-Leistung hat er unserem Verein als Sponsoring geschenkt. Herzlichen Dank.

Foto: 10.08.2010, Christian Stöcklin, BNB

Viele Dachziegel stammen sie aus dem Jahr der ersten Versetzung vom ersten Standort an der  Pilatusstrasse ins neue Bahnhofareal Luzern, im Jahre 1895. Ausserdem konnten wir 20 baugleiche Dachziegel aus Glas in das Dach einbauen, damit mehr Licht ins Innere der Remise dringt.

Foto: 10.08.2010, Christian Stöcklin, BNB

 

 

Brief des Denkmalpflegers Obwalden im Jahre 2003